Module

Sodele, wer den Eintrag zum Studiengang noch nicht gelesen hat, tue das bitte hier (oder weiß halt einfach schon Bescheid)

Erst einmal das Wichtigste vorab: Was ist ein Modul?
Das normale Standardmodul gibt 20 Credits und geht ein Semester lang. Meistens beschäftigt man sich dort dann mit einem größeren Thema. Es gibt auch Abendmodule, die (wer hätte es gedacht) abends stattfinden. Die Abendmodule geben 10 Credits.


Im ersten Semester wählt jede*r Student*in der School of Humanities (sprich meine Fakultät) beliebige drei Module, muss dabei aber die Pflichtmodule für den Pathway (= quasi Studiengang) belegen. Das heißt, jemand der Politik studiert muss das Pflichtmodul für Politik belegen und könnte dann aber noch ein Spanischmodul und ein Modul in Film Studies belegen - oder aber einfach zwei oder drei Politikmodule nehmen. Teilweise kann man sogar Module aus anderen Fakultäten belegen. Eine Freundin von mir studiert zum Beispiel Psychologie und Englisch, hat aber zusätzlich dazu noch ein Informatikmodul. Meine Mitbewohnerin studiert International Relations und Politik, hat aber noch ein Modul in Geographie belegt. Ich glaube, ihr versteht das Prinzip. 

Wieso das so ist? 
Damit will man uns die Möglichkeit geben, später noch zu wechseln. Sollte meine Mitbewohnerin beispielsweise merken, dass ihr International Relations keinen Spaß macht, kann sie einfach und ohne irgendwelche Nachteile auf Politik und Geographie umsatteln. Außerdem kann man durch diese Flexibilität einmal etwas Neues ausprobieren, ohne dass es einen Einfluss auf den letztendlichen Abschluss hat. Denn, das erste Studienjahr zählt für den Abschluss nicht!

Nun habe ich mit meinem Studiengang das absolute Glückslos gezogen, genau das nicht zu können, da meine drei Module durch meine Pflichtmodule schon aufgebraucht sind. Ein Modul Geschichte, ein Modul Spanisch, und ein Modul Französisch. Ich habe also nur zwischen Fortgeschritten und Anfänger bei den Sprachen wählen können.





Meine Module:


Geschichte: The Rise Of Atlantic Empires, 1500-1750


Hier geht es um die Entdeckung des Atlantik, dessen Folgen, wie die verschiedenen Mächte damit umgegangen sind, die Beziehung der Europäer zu den Ureinwohnern Amerikas und Afrikas, Sklaverei, usw.
Wir haben zwei Vorlesungen die Woche, die jeweils eine Stunde dauern. Außerdem gibt es ein wöchentliches zweistündiges Tutorial, sowie Exkursionen. Außerdem haben wir eine "Reading List" mit Büchern und Artikeln, die wir lesen müssen, plus so Einiges, was wir extra lesen können.
In der ersten Woche haben wir einen Überblick über die Ausgangssituation weltweit bekommen, in der zweiten drehte es sich um Portugal und dessen Reich, in der dritten war Spanien dran, in der vierten England, und jetzt in der fünften Frankreich.
Vieles Inhaltliches wird in den Vorlesungen vermittelt, anderes müssen wir uns selber "anlesen". "Das kam in keiner Vorlesung vor" zählt definitiv nicht als Argument in Klausuren.
Das Tutorial findet in kleineren Gruppen von ca. 15-20 Leuten statt. Hier werden primär Diskussion geführt und Sichtweisen ausgetauscht.




Spanisch: Applied Spanish 1A  



Das Modul für Fortgeschrittene in Spanisch im ersten Semester.
Hier habe ich zweimal die Woche jeweils einstündige "Kommunikations-Workshops" und dieselbe Anzahl an "Grammatik-Workshops". Workshops klingt komisch, heißt aber eigentlich nur: Gruppen von 10-30 Leuten, die unterrichtet werden. Das kommt vielleicht den typischen Schulklassen am Nächsten, fühlt sich aber doch anders an. Grammatik haben alle, die dieses Spanischmodul belegt haben, zusammen. Für Kommunikation wurden wir noch einmal in zwei Gruppen aufgeteilt, weshalb hier insgesamt ca. 12 Leute sind. Hier verstehe ich mich auch mit ein paar Leuten sehr gut, die Workshops haben generell den Vorteil, dass man leichter ins Gespräch kommt. 




Französisch: Applied French 1A



Französisch. Fortgeschritten. Anders als geplant.
Eigentlich wollte ich das Modul für blutige Anfänger nehmen. Nach den ersten paar Stunden hab ich dann Folgendes gemerkt:
1. Die Dozentin, die auch die nächsten Module machen wird, ist verwirrter als ich es in meiner mündlichen Mathe-Abiturprüfung war. 

2. Anfänger heißt Anfänger. Blutige Anfänger, die nie in ihrem Leben eine Fremdsprache gelernt haben.
3. Peinlich berührtes Schweigen unter den Student*innen. Permanent.

Nachdem zum vierten Mal dieselbe Internetseite gezeigt wurde (die ganz toll für Ausspracheübungen ist, aber - oh nein, sie funktioniert doch nicht so gut wie gedacht), jedes Mal erst nach 20 Minuten angefangen wurde (ja, Anwesenheit nehmen dauert so lange, wenn man nicht weiß, welche Gruppe gerade vor einem steht), und erklärt wurde, dass es Sprachen gibt in denen konjugiert wird, dachte ich mir: Nope.

Dazu muss man vielleicht sagen, dass die französische Sprache und ich bis zum Ende der neunten Klasse eine schwierige Zeit miteinander hatten. Danach ging es, aber da hatte ich Französisch ja auch abgewählt.
"Projekt Französisch" wollte ich aber noch nicht ganz aufgeben. Deshalb bin ich eines wunderschönen Tages - voller Selbstvertrauen in mein nach 4 Jahren doch sehr eingerostetes Französisch - in das Büro meiner Studienberaterin gedackelt. Dass ich damals eine grandiose 4 auf dem Zeugnis hatte (glaub ich zumindest), habe ich gepflegt ignoriert.
Meine Studienberaterin hatte eine "Joa kannste ändern, musst du selber wissen"- Einstellung, und hat mir eine der Französischdozentinnen geholt, mit der ich dann kurz geredet habe. Am nächsten Tag bin ich dann im Modul für Fortgeschrittene schnuppern gegangen.


1. Dozentin schien kompetent. Ich mein, sie wusste welcher Kurs gerade vor ihr sitzt und hat uns tatsächlich etwas beigebracht
2. Niveau höher als meins, aber ich habe viel verstanden. Ich kriege halt nur selber keinen geraden Satz zusammen. Mit ein bisschen Extraarbeit müsste das aber zu machen sein.
3. Die Leute sind ein Träumchen. Alle super nett und sympathisch, kein peinliches Schweigen.
Kurzerhand: ich habe gewechselt.

In Französisch gibt es, wie bei Spanisch, mündliche und schriftliche "Workshops". Hier ist es nur so, dass die Gruppen bestehen bleiben, sprich man ist auch für den Grammatikkteil im kleineren Kreis.

So macht mir Französisch tatsächlich total viel Spaß - jetzt muss ich es nur noch bestehen.

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